AMIG - Deutsch Immigration Memorial Association
 

Einige Menschen, die im südlichen Brasilien leben, haben seit langer Zeit die Sorge, das geschichtliche Gedächtnis zur Einwanderung aus Ländern ehemals oder noch heute deutscher Sprache könne verloren gehen. Bereits im Jahr 2009 wurde immerhin der 180-jährigen offiziellen Einwanderungsgeschichte gedacht, auch wenn die ersten deutschsprachigen Menschen wie z.B. Hans Staden und Ulrich Schmiedel (und womöglich Martin Behaim noch vor Pedro Alvarez Cabral) deutlich vor dieser Zeit nach Brasilien kamen.

Es liegen bisher wenige strukturierte und organisierte Dokumentationsformen dieser langen Zeit vor. Einerseits ist es besonders für den Süden Brasilien mit den Bundesländern Paraná, Santa Catarina und Rio Grande do Sul offensichtlich, dass die Einwanderung eben jene Region stark geprägt hat - eine systematische Dokumentation und Auswertung der Geschichte, der wechselseitigen Einflüsse, Rück- und Fortschritte, die auch teilweise weltgeschichtliche Umwälzungen begleiteten, konnte allerdings nie geleistet werden.

Sehr wohl gibt es viele Schriften, Tagebücher, familiäre Nachlässe und wissenschaftliche Arbeiten zur Anwesenheit deutschsprachiger Kultur in der Region. Dabei handelt es sich aber häufig um sehr verstreute Informationen, die keine zentrale Bindung und Aufarbeitung vorweisen könne.

Im Verlauf der Generationen wird das aktive Gedächtnis an viele Geschichten, Schicksale, Unternehmensgründungen, Erfolgs- und Mangelerfahrungen, an das Leben auf dem Lande (auf die Natur und Naturvölker treffend) oder in schnell wachsenden städtischen Zentren (mit Bedarf an Schulwesen, politischer Organisation, religiösen Ausdrucksformen, Kulturwesen u.a.) immer schwächer.

Die sich im Verein AMIG zusammen findenden Menschen - mehrheitlich deutschsprachig durch Abstammung bzw. in deutschsprachigen Ländern geboren - möchten sich dem Erhalt dieser Einwanderungsgeschichte widmen, und sie der breiteren Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.

Seit dem Jahr 2008 wird zaghaft an den Ideen gearbeitet, wie diese nicht ganz kleine Aufgabe geleistet werden kann.

Zunächst geht es um die Aufnahme/ Katalogisierung all dessen, was sich im umrissenen Themenfeld anbieten könnte. Die AMIG benötigt dazu viel Hilfe und Anregung von außen, da in der Gründungs- und Gestaltungsphase nur von freiwilliger Leistung einiger motivierter Menschen ausgegangen werden kann.

Noch steht kein Raum zur Verfügung, der als Speicher und Ausstellungsfläche genutzt werden könnte, daher wird zunächst auf virtuelle Weise (per Internetpräsenz) auf die selbst gestellte Aufgabe hingewiesen und um Unterstützung geworben.

Diese Unterstützung muss sich nicht unbedingt finanziell ausdrücken (obwohl auch das den Fortschritt begünstigen würde), sondern darf durchaus darin bestehen, Literatur auszuwerten, Hinterlassenschaften zu beurteilen auf die geschichtliche Relevanz, Familiengeschichten zu ergründen und zu dokumentieren, oder Hinweise auf wesentliche Facetten der deutschsprachigen Präsenz in Brasilien zu geben.

Die zentrale Aufgabenstellung beschränkt sich nicht zwangsläufig auf Brasilien allein. Wo Brasilien eine Einwanderungsgeschichte hat, besitzt die europäische Seite eine Auswanderungsgeschichte, und wo immer sich Verbindungen darstellen lassen zwischen der Auswanderung aus deutschsprachigen Ländern und der Einwanderung in Brasilien ist diese für die AMIG interessant. Damit werden die Auswanderungshäfen in Europa, sei es Hamburg, Bremerhaven, Rotterdam oder Genua, ebenfalls zu ergiebigen Quellen.

Wir halten es für wichtig, nicht nur die punktuellen Ereignisse, die mit Migrationen verbunden sind, zu beleuchten, sondern auch Prozesse der Assimilation in den Zielregionen über Generationen und gesellschaftliche Realitäten hinweg darzustellen.

Ausgehend von der Vermutung, dass nicht nur Brasilien die Einwanderer prägte, sondern auch die Einwanderer ihre neue Heimat nachhaltig beeinflussten, ist es ein interessanter Untersuchungsgegenstand zu sehen, in welcher Weise sich diese Anpassungen auch in der brasilianischen Gesellschaft bis heute ausrücken bzw. diese modifiziert haben.

Die AMIG hat also kein fertiges Konzept oder Paket anzubieten, sondern wirbt bewusst um Teilnahme und Unterstützung hinsichtlich einer selbstgesetzten Mission, geschichtliches Bewusstsein zu sichern und zu erweitern. Damit soll auch die akademische Gemeinde zu Forschungen angehalten und angesprochen werden, die sich in den Bereichen von Literaturwissenschaften, Germanistik, Ethnologie, Verfahrenstechnik und anderen als zuständig betrachtet.

Nach bestem Vermögen werden an diesen Aufgaben die Gründungsmitglieder und weitere Vereinsmitglieder mitwirken, von denen viele durch eigene Familiengeschichte die ersten wesentlichen Beiträge liefern können. 



Einführung

Einige Menschen, die im südlichen Brasilien leben, haben seit langer Zeit die Sorge, das geschichtliche Gedächtnis zur Einwanderung aus Ländern ehemals oder noch heute deutscher Sprache könne verloren gehen. Bereits im Jahr 2009 wurde immerhin der 180-jährigen offiziellen Einwanderungsgeschichte gedacht, auch wenn die ersten deutschsprachigen Menschen wie z.

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Zielsetzung

Zielsetzung der AMIG ist die Aufbewahrung des hystorischen, kulturellen und sozialen Erbes der germanischen Völker oder auch derjenigen die eine freundliche, sprachliche, geographische, ethnische oder dilettante Beziehung an derselben haben, mit der Unterstützung von  fortgeschrittene Technologien die für den Register, die Dokumentation, den Zugang und Verbreitung der Gegenstände haben können. .

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